Alle Preisträger:
Saúl Luciano Lliuya (2018)

Ärzte ohne Grenzen (2017)
Edward Snowden (2016)
Avi Primor (2015)
Ferenc Köszeg (2014)
Jürgen Habermas (2013)
Vandana Shiva (2012)
Royston Maldoom (2011)
Ai Weiwei (2010)
Joachim Gauck (2009)
Wladyslaw Bartoszewski (2008)
Union der Komitees der
Soldatenmütter Russlands (2007)

Ayaan Hirsi Ali (2006)
Harald Szeemann (2005)
Klaus von Dohnanyi (2004)
Hans-Georg Raschbichler und
Dieter Spethmann (2003)

Hilmar Hoffmann (2002)
Beate Langmaack und
Heike Richter-Karst und
Kai Wessel (2001)
Christo und Jeanne-Claude (2000)
Lea Rabin (1999)
Christian Barnard (1998)
Pavel Kohut (1997)
Hans Koschnick (1996)
Gyula Horn (1995)
Johan Jørgen Holst und
Terje Rød Larsen (1994)

Yehudi Lord Menuhin (1993)
Carl-Friedrich Frhr. von Weizäcker (1992)
Hans-Dietrich Genscher (1991)
Preisträger 2018

Vorstand und Kuratorium der Gesellschaft der Freunde und Förderer dieses Preises haben den peruanischen Landwirt Saúl Luciano Lliuya als Preisträger 2018 gewählt.

Saúl Luciano Lliuya

Saúl Luciano Lliuya aus den peruanischen Hochanden verlangt durch eine zivilrechtliche Klage von einem deutschen Energiekonzern, dem größten europäischen CO2-Emittenten, eine Beteiligung an den Kosten von Schutzmaßnahmen, um seinen Besitz vor der drohenden Überflutung durch einen Gletschersee zu sichern, da die Emissionen aus den Kraftwerken zur Erwärmung der Erdatmosphäre und damit zum Schmelzen des „ewigen Eises“ der Anden und zum Anstieg des Wasserspiegels beitragen.

Mit dieser Initiative stellt er mit demokratischen Mitteln einen Zusammenhang her zwischen klimarelevanten Produktionsweisen in Industrienationen und deren Auswirkungen auf Tausende von Kilometern entfernt liegende Regionen. So appelliert er nicht nur für sich, sondern für 50.000 in seiner Heimatstadt Huaraz ebenfalls bedrohte Menschen an ein weltweit orientiertes Verantwortungsbewusstsein.

Wir zeichnen seinen Mut aus, mit den Mitteln der Vernunft und des Rechts die Akteure zu verpflichten, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Gefährdungen zu übernehmen, die ihr Handeln bewirkt.

Biographie

Saúl Luciano Lliuya kommt aus dem Dorf Llupa nahe Huaraz in den peruanischen Anden. Er entstammt einer Familie von Quechua-sprachigen Landwirten. Schon als Kind pflegte er eine enge Verbindung zu den Bergen und Gletschern seiner Heimat. Aus diesem Grunde wurde er später Bergführer. In den Sommermonaten führt Saúl Luciano Lliuya Bergsteiger auf die Gipfel seiner Heimat. Die restliche Zeit des Jahres arbeitet er auf dem Feld mit seiner Familie. Heute ist Saúl 37 Jahre alt, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Über sein ganzes Leben hat er den Gletscherschwund in seiner Heimat verfolgt und spürt die Auswirkungen des Klimawandels. Die Berge für ihn sind mehr als nur Gletscher und Gestein - sie sind Teil seines Lebens und seiner Gemeinschaft. Diese Verbundenheit mit den Bergen treibt ihn dazu an, sich für die globale Klimagerechtigkeit einzusetzen.

„Der Preis ist eine große Überraschung. Wir sind sehr glücklich über diese Anerkennung unserer bisherigen Bemühungen. Es zeigt, dass unser Engagement als richtig und notwendig wahrgenommen und geschätzt wird.“ Luciano Lliuya

Die Preisverleihung wird am Sonntag, 23. September 2018, um 11.30 Uhr im Opernhaus des Staatstheaters Kassel stattfinden. Karten erhalten Sie bei: Doris Homburg, doris.homburg@gmx.de Telefon: 05665 2945